Als neuer Besitzer eines Kugelgrills fragt man sich, wie man denn die Temperatur einstellen und regeln kann. Dieser Beitrag ist eine kleine Anleitung für Einsteiger und fasst die wichtigsten Infos zum Regulieren der Temperatur im Kugelgrill zusammen.

Das Thema ist insgesamt kein Hexenwerk und mit ein wenig Übung hat man den Dreh raus. Nichtsdestotrotz gibt es ein paar Dinge zu beachten und wissen. Wenn man diese beherzigt, erleichtert dies den Einstieg. Diese Anleitung bezieht sich auf alle Arten von Kugelgrills, die ihre Temperatur über die Lüftungszufuhr regeln lassen. Darunter fallen die Kugeln der bekannten Markenhersteller, mittlerweile bieten aber auch günstige Kugelgrills aus dem Baumarkt oder Discounter diese Art der Temperatursteuerung.

Wie man im Kugelgrill die Temperatur einstellt

Grundsätzlich gibt es drei wichtige Parameter, welche die Temperatur im Grill bedingen: Die verwendete Menge an Briketts oder Holzkohle und die untere und obere Luftzufuhr. Darüber hinaus spielt natürlich die Qualität des Brennstoffs eine Rolle. Ich gehe aber mal davon aus, dass du da etwas vernünftiges verwendest 😉

Das Prinzip beim Temperatur einstellen ist recht einfach: Um zu glühen, brauchen Briketts und Holzkohle Sauerstoff. Je mehr Sauerstoff vorhanden ist, umso mehr kann davon umgesetzt werden, was in höherer Hitze resultiert. Geregelt wird die Sauerstoffzufuhr im Kugelgrill über die Lüftungsschlitze, die jeweils in Kessel und Deckel vorhanden sind.

Der Lüftungsschieber im Kessel regelt die Zuluft, der im Deckel die Abluft. Beide Lüftungsschieber haben verschiedene Funktionen, interagieren aber auch miteinander: Ist einer von beiden komplett geschlossen, so wird die Glut mit der Zeit erlöschen, auch wenn der andere komplett geöffnet ist.

Die Temperatur mit dem unteren Lüftungsschieber einstellen

Da der Lüftungsschieber im Kessel für die Zuluft sorgt, wird darüber die Sauerstoffzufuhr für die Briketts bzw. Holzkohle geregelt. Für die Temperatursteuerung im Kugelgrill ist also hauptsächlich der untere Lüftungsschieber im Kessel verantwortlich: Ist er ganz geöffnet, wird die Glut mit dem Maximum an Sauerstoff versorgt, wodurch die Temperatur steigt. Ist er komplett geschlossen, kann kein weiterer Sauerstoff von unten an den Brennstoff gelangen und der Grill verliert an Temperatur und geht mit der Zeit aus.

Oftmals liegt man irgendwo zwischen ganz offen und geschlossen, um im Kugelgrill die gewünschte Temperatur zu erreichen. Während des Betriebs kann man allerdings schlecht sehen, wie die genaue Stellung der Lüftungsflügel im Grill ist. Daher empfiehlt es sich, die verschiedene Positionen der Lüftungsflügel zu markieren. Wie im folgenden Bild zu sehen, habe ich mir die Lüftungsschieberstände für ganz, 3/4, 1/2 und 1/4 geöffnet angezeichnet.

Markierungen zum Temperatur einstellen im Kugelgrill
Markierungen, die die Position des Lüftungsschieber anzeigen, erleichtern das Temperatur einstellen

Die Lüftungsflügel im Kugelgrill liegen etwas quer versetzt zu den Lüftungsschlitzen im Kessel, daher nimmt die Entfernung zwischen den einzelnen Markierungen ab: Zum schließenden Ende hin wird die Justierung immer feiner, weshalb es schon Sinn macht, sich die Positionen anzuzeichnen. Ansonsten kann es passieren, dass man die Lüftungszufuhr versehentlich ganz kappt.

Tipps zum Temperatur einstellen

Beim Temperatur einstellen oder auch nachjustieren solltest du eine wichtige Sache beachten: Es wird eine gewissen Zeit – meistens einige Minuten – dauern, bis der Kugelgrill auf die neue Einstellung reagiert. Je nach Größe des Kugelgrills und damit des Garraumvolumens können das bis zu 15 Minuten sein, bis man eine Entwicklung der Temperatur erkennt.

Ein weiterer Tipp, der vielleicht nicht ganz offensichtlich ist: Je sauberer dein Grillkessel ist, desto weniger gut wird er sich regulieren lassen. Insbesondere die Patina und Aschereste im Kessel helfen dabei, dass die Lüftung erst richtig schließt und sich der Grill besser einstellen lässt. Das heißt aber nicht, dass du den Grill vollkommen verrotten lassen sollst. 😜

Die Temperatur im Kugelgrill messen

A propos Temperaturentwicklung und wie du erkennst, dass du auf dem richtigen Weg bist: Viele Kugelgrillmodelle haben im Deckel ein Thermometer verbaut. Das ist schön und gut, um einen groben Anhaltspunkt zu haben, hilft allerdings wenig weiter, wenn man die genaue Garraumtemperatur haben möchte. Grund dafür ist, dass die Messsonde des Deckelthermometers direkt in der Kuppel liegt, wo sich die Hitze staut. Zur Temperatur auf Höhe des Rost kann man so oft etwa 30 Grad Abweichung haben, was schon recht üppig ist.

Ebenso hilft einem das eingebaute Deckelthermometer oft nicht weiter, wenn man indirekt grillt: Je nach Position des Deckelthermometers und des Luftstroms durch den Grill (bedingt durch den oberen Lüftungsschieber), liegt es auch hier daneben.

Meine Empfehlung an dieser Stelle ist ein vernünftiges Grillthermometer, wie etwa das Maverick ET-732. Mit so einem Thermometer lässt sich ideal die Temperatur auf Höhe des Rosts und im gewünschten Bereich messen. Das Gute am Maverick ist zusätzlich, dass es ein Funkthermometer ist und man so auch abseits des Grills bequem die Temperatur im Blick haben kann.

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Jetzt wo wir wissen, wie man die Temperatur einstellen und messen kann, schauen wir mal, wozu der obere Lüftungsschieber taugt …

Die Abluft mit dem oberen Lüftungsschieber regeln

Der Lüftungsschieber im Deckel hat zwei Funktionen: Durch ihn können Hitze und Rauch entweichen. Er sorgt aber im Zusammenspiel mit den unteren Lüftungsschlitzen auch für einen Kamineffekt: Durch Unterdruck im Garraum sorgt man mit einem geöffneten oberen Lüftungsschieber dafür, dass unten weitere Luft eingesaugt wird.

Dies bedeutet im Umkehrschluß: Verschließt man den oberen Lüftungsschieber, strömt weniger Sauerstoff durch den Kugelgrill. Der Brennstoff entwickelt weniger Glut und gibt somit deutlich weniger Hitze ab, als bei vollem Luftstrom. Dafür halten die Briketts oder die Holzkohle im nur noch glimmenden Zustand auch länger.

Nutzt man den Kugelgrill zum Räuchern, so kann man durch das Schließen des oberen Schiebers den Rauch länger und dichter in der Kugel halten. Hier gilt es aber, ein gutes Maß zu finden: Ich versuche dabei immer, den oberen Lüftungsschlitz in etwa halb offen zu lassen.

Die Temperatur konstant halten

Um die Temperatur im Kugelgrill konstant zu halten, kann man eine Schale mit kochendem Wasser nutzen. Diese stellt man auf das Kohlenrost unten im Grill. Die Schale hilft dabei, die Hitze zu speichern und darüber die Temperatur konstant zu halten. Positiver Nebeneffekt ist ebenso, dass die Verdunstung dabei hilft, das Fleisch nicht trocken werden zu lassen.

Trick 17: Die Kohle wiederverwenden

Zu guter Letzt noch ein weiterer Tipp: Eine gute Sache am Kugelgrill ist auch, dass man die Kohlen problemlos auslöschen kann. Einfach die Lüftungsschieber oben und unten schließen, der Grill geht von alleine aus und erkaltet. Nach gut zwei Stunden sind die Kohlen komplett aus und lassen sich beim nächsten Grillen wiederverwenden.

Ich sammle die halb abgebrannten Briketts am nächsten Tag in einem Eimer. Die Briketts kommen dann beim nächsten Mal oben mit in einen Anzündkamin mit frischer Kohle. So lassen sich zumindest die besseren und etwas teureren Briketts wiederverwenden. Briketts vom Discounter eignen sich dafür in der Regel nicht, da sie zu schnell durchglühen.

Alles was du wissen solltest

Mit dem Wissen aus diesem Artikel bist du nun bestens gerüstet, um die Temperatur in deinem Kugelgrill im Griff zu haben. Du weißt jetzt, wie man Zu- und Abluft regelt und wie sich dies zur Temperatursteuerung nutzen lässt. Dein nächster Halt könnte meine Anleitung zum Minionring sein: Sie zeigt dir, wie du über viele Stunden hinweg eine konstante Temperatur hinbekommst. Damit steht dann deinem ersten Pulled Pork nichts mehr im Wege!

Wenn dir diese Anleitung weitergeholfen hat, lass es mich ruhig über einen Kommentar wissen. Ich freue mich immer über Feedback und weitere Ideen für Artikel, die dir weiterhelfen 😀


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Kommentare: 13
  1. Thomas
    24. Juli 2016

    Tolle Anleitung!

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  2. Ingmar
    18. März 2017

    Super Anleitung, vor allem weiß ich jetzt, dass das Deckelthermometer nur ein Anhaltspunkt für die Temperatur ist. Zu der Wasserschale im Grill, kann man dadurch auch hohe Temperaturen konstant halten oder hab ich dadurch nen Temperaturverlust?

    Toller Blog, mach weiter so und versorge uns mit Grillwissen!!!

    Gruß Ingmar

    AntwortenAbbrechen
    • 18. März 2017

      Hey Ingmar, vielen Dank für die netten Worte und das Feedback!

      Zur Wasserschale: Ich gebe immer direkt kochendes Wasser rein, so dass man anfänglich keinen Temperaturverlust hat und man den Grill auch schneller eingeregelt bekommt. Je nach Größe des Gefäß hast du damit dann eine gute Möglichkeit, die Temperaturen konstanter zu halten.

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  3. Michael Deininger
    7. April 2018

    Hallo,

    vielen Dank für diese Anleitung. Sie hat mir mega weiter geholfen, habe meinen Schieber auch markiert und seitdem klappt es wunderbar.

    Gruß Micha

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  4. Marcel
    15. April 2018

    Hi, super guide vielen dank dafür. Eine Frage dazu: wenn ich vorhabe verschiedene Sachen zu machen. Z.b Steak mit Kartoffeln. Die Kartoffeln müssen bei 160 Grad, die Steaks natürlich weit mehr. Besteht überhaupt die Möglichkeit nur durch die Lüfter von 160 Grad auf Steak-temperatur hoch zu heizen?
    Lg marcel

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    • 15. April 2018

      Hey Marcel, das ist theoretisch möglich, praktisch wird das aber zu lange dauern. Bei dem Temperaturunterschied wirst du auch eher über die Menge an Kohle arbeiten müssen. Für solche Fälle sind die Kohlekörbe eine gute Sache, weil du sie einzeln rausnehmen oder reinsetzen kannst. So mache ist es bei Steaks meistens: Mit zwei Kohlekörben starten und für das Garziehen dann einen davon rausnehmen. Hilft dir das?

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  5. DerTom
    15. April 2018

    Hallo

    Hatte heute den dritten Grillvorgang auf dem neuen Weber Performer DLX GBS. Der Grill kommt einfach nicht nicht auf die Hitze, wie gewünscht. Bei 180 ca. ist Schluss.
    Angezündet habe ich mit dem internen Gaszünder. Deckel dabei komplett offen, auch die Zuluft. Nach ca. 10 Min. war richtig Glut im Brennstoff. Brennstoff: Hälfte Holzkohle (Weber) und Briketts, auch Weber. Deckel zu, oben unten offen für die Sauerstoffzufuhr. Hatte dann knapp 200 Grad. Weiter ziehen lassen damit die sich die Glut besser verteilt und ausbreitet. Grillgut dann nach ca. 20-30 Minuten drauf. Temp. fiel zusammen, pendelte sich dann wie gesagt bei ca. 180 Grad ein.
    Macht so keinen Spass.
    Woran kann das liegen, dass die Temperatur nicht an die 250 bis 300 Grad hinkommt?
    Danke für eure Tips.

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    • 16. April 2018

      Hey Tom, ich würde sagen, dass du der Kohle wahrscheinlich etwas mehr Zeit zum durchglühen geben musst. Ich kenne den Performer DLX nicht, aber wenn du in etwa die Menge Kohle/Briketts nimmst, die einem Anzündkamin entspricht, dann schätze ich sind es etwa 40 Minuten, die du bis zum Start brauchst. Ggf. liegt es auch an der Menge Brennstoff den du nutzt – wie viel nimmst du da?
      EIne andere Sache ist: Wofür brauchst du diese hohen Temperaturen von denen du sprichst? Normalerweise solltest du ja mit 180-200 Grad im Soll sein :)

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  6. Marcel
    17. April 2018

    Hilft mir sehr, danke. Bei welcher Temperatur grillst du die Steaks?

    Lg

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  7. 17. April 2018

    Hey Marcel, ich schätze das dürften gute 300 Grad sein – ich verwende dafür meistens zwei sehr volle Kohlenkörbe, was in etwa einem vollen Anzündkamin entspricht. Schau dir dazu bspw. die Beiträge zum Tomahawk Steak grillen an oder auch das Tomahawk Steak Rezept, da siehst du es auch in Bildern. Ich glaube es lässt sich erkennen, welche Steaks ich am liebsten esse ;)

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  8. Wolfgang
    20. Mai 2018

    Das war sehr gut erklärt. Danke Dir. Jetzt klappt es prima.

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  9. Berno
    18. Juni 2018

    viel gelernt Danke für deine tollen Tips
    🔝🔝🔝🍔🍔🍔

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