Das Thema Outdoorcooking erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit: Nicht nur Männer finden Begeisterung daran und so verlagern viele ihre Kochstellen in den Außenbereich. Mein kürzlich fertig gestellter Bereich dafür verdient nicht ganz das Prädikat Außenküche, dennoch bin ich total stolz drauf und nutze ihn sehr oft. Da ich selber immer gern die Bilder und Baugeschichten anderer Leute zu solchen Projekten sehe, hier nun mein Bericht zur Entstehung meines Grillspielplatzes …

Der Anfang: zwei gemauerte Komposthaufen

Wie so oft bei solchen Projekten, war das Zielbild anfangs etwas wage: Lediglich der Ausgangspunkt war bekannt und ich hatte eine grobe Vorstellung was einmal werden könnte. In einer Ecke unseres Gartens waren zwei gemauerte Komposthaufen, deren Grundmauern sich ideal für mein Vorhaben nutzen ließen. Die insgesamt rund 12 Quadratmeter boten eine vernünftige Grundfläche und infrastrukturell ließe sich das Areal auch gut anbinden: Kurzer Weg ins Haus, gute Möglichkeit um Strom zu legen, Wurstrutsche zum Nachbarn, etc.

Im Gegensatz zu den Vorbesitzern hielten sich unsere Ambitionen bezüglich des Kompostierens auch in Grenzen. Daher musste ich keine Überzeugungsarbeit leisten und das Projekt war recht schnell vom Rest der Familie abgesegnet: Schließlich würde ich mich ja, selbst wenn das alles nichts wird, mindestens ums Aufräumen der zugewucherten Ecke kümmern 😜

Der Anfang meiner kleinen Außenküche: Zwei gemauerte Komposthaufen
Die Ausgangsbasis: Eine zugewucherte und ungenutze Kompostecke

So began der Spaß an einem regnerischen Tag Ende Mai: Tatkräftig unterstützt durch Sohnemann und meinen Vater, wurden die beiden Komposthaufen ausgehoben. Mit jeder Schippe stieg auch die Spannung, was sich wohl unter den ganzen Pflanzenresten und der mittlerweile fruchtbaren Erde verbergen würde …

Zum Glück stießen wir auf einen größtenteils noch einigermaßen erhaltenen, gepflasterten Bereich. Um nicht zu sagen, dass ich zu faul war, diesen später noch einmal ordentlich zu pflastern, weise ich darauf hin, dass die kleinen Mängel sehr zum insgesamt rustikalen Stil der heutigen Grillecke beitragen!

Die Mauern der Komposthaufen dienen als Basis
Die Grundmauern der Komposthaufen wurden größtenteils bestehen gelassen. Auch eine Form des Recycling.

Da die Grundmauern ideal standen und lediglich der Zwischenteil störte, wurde dieser mittels Vorschlaghammer entfernt. Ebenso musste noch ein Durchgang geschaffen werden, wobei ebenfalls Hammer und Meißel halfen. Damit war dann auch der destruktive Teil des Projekts abgeschlossen und wir konnten uns dem Aufbau widmen.

Aus alt wird neu: Ein Dach über dem Kopf

Die Hecke rund um die Ecke wurde entfernt und die Mauern verputzt. Ich habe lange nach einem passenden Tisch gesucht und viel hin und her überlegt. Am Ende habe ich die Tischplatte sebstgebaut, was super funktioniert hat: Zum einen konnte ich den Tisch so passgenau für die Ecke bauen. Zum anderen ist das verwendete Holz (Douglasie) sehr wetterbeständig und robust. Letzteres sollte sich noch als super Vorteil herausstellen. Auf dem folgenden Bild mit dem Tisch sieht man auch schon Ansätze einer Idee, die ich mir aber erstmal für später aufsparte …

Als nächstes folgten Tisch und Dach
Mit dem Dach kann man auch problemlos im Winter grillen :)

Ebenfalls unter Mithilfe von meinem Vater und Jari wurden als nächstes die Einschlaghülsen für die Pfeiler des Dachs einzementiert. Auf der Basis konnten dann die Pfeiler aufgestellt und Dachsparren aufgebaut werden. Etwas Gefälle zur Vorderseite, wo später noch die Dachrinne montiert werden sollte dann passt das.

Nachdem die Regenrinne und Dachplatten montiert waren, fühlte sich das Ganze schon fast fertig an. Die Überdachung war einer von zwei wesentlichen Punkten, warum ich gerne so eine Grillecke bauen wollte: Nun hat man es beim Grillen im Winter zumindest stellenweise einigermaßen trocken und geschützt. Der andere Punkt fehlte allerdings noch, denn im Winter wird es recht frühr dunkel …

Es werde Licht: Beleuchtung und Strom

Wie so oft im Leben ist es hilfreich, wenn man die richtigen Leute kennt: Beim Thema Elektrik stand mir dankenswerterweise Michael von Feuerspucker BBQ zur Seite. Es ist nicht so, dass ich zwei linke Hände hätte, aber wenn es um Strom geht, sollte man das Leuten überlassen, die wissen was sie tun. Oder sich zumindest von eben jenen helfen lassen …

Michael bot mir direkt an, alles rund um die Verkabelung zu erledigen, so dass ich nur noch für die doofen Sprüche und leckeres Essen sorgen musste. Während wir also bohrten, hämmerten, Strippen zogen, Kabel abisolierten und verdrahteten, schnurrten im Smokey Mountain zwei Pulled Pork vor sich hin. Pünktlich zum Mittag kam dies auf den Tisch. Auch die Nachbarn waren eingeladen, schließlich ging es darum, weitere Akzeptanz für die bevorstehende Zunahme der Vergrillungen an der Grundstücksgrenze zu schaffen.

Ein wichtiger Punkt für die Außenküche: Die Elektrik und Licht
Frisch verkabelt erstrahlt der Grillspielplatz auch bei Nacht in vollem Glanz.

Um auch gegen Stromausfall gewappnet zu sein und den Romantikfaktor insgesamt zu erhöhen, kommen noch zwei Feuerhand Petroleumlampen zum Einsatz: Diese sind nicht nur sehr schick, sondern geben auch ein 1A-Licht und sorgen für eine prima Atmosphäre.

Auf den vorigen Bildern sieht man auch, dass ich rund um das Elektrik- und Verkabelungs-Wochenende ebenfalls an anderer Stelle werkelte: Der eigens dafür erworbene Grill Nr. 4 – ein Weber One-Touch Premium – wurde in den Holztisch eingelassen. Wie man einen Kugelgrill in einen Tisch einbauen kann, zeige ich dir im separaten Beitrag dazu.

Mein fertiger Grillspielplatz bzw. Aussenküche
Zu guter Letzt wurde der Kugelgrill in den Tisch eingelassen und eine Theke gebaut.

Die fertige Außenküche

Das war es dann eigentlich auch schon … Zum Schluß habe ich die zum Garten zeigenden Mauern noch mit einer Art Theke bzw. Ablagefläche ausgestattet: Hier kann man praktischerweise servieren oder auch einfach nur das Bier abstellen. Damit war der Großteil der Arbeit erledigt und die Außenküche funktional. Nun folgte noch ein wenig die Kür mit kleinen Dekorationen und Spielereien: Schilder, Lampignions, Bieröffner, …

An dieser Stelle auch ein riesiges Dankeschön an alle Helfer: Ob groß oder klein, ob durch tatkräftige Unterstütung und Anpacken oder aber auch Inspiration und Ideen. Der Bau hat sehr viel Spaß gemacht und am Ergebnis erfreue ich mich täglich – ohne die vielen Leute, die ihren Teil dazu beigetragen haben, wäre das so nicht möglich gewesen! Vielen lieben Dank 😃

Der fertige Grillspielplatz

Wenn du dir auch einen Grillspielplatz oder eine Außenküche gebaut hast, lass es mich wissen! Ich freue mich wie gesagt immer, die Erfahrungsberichte und Bilder anderer Leute zu sehen und zu lesen. So ein Projekt ist ja auch nie ganz fertig und ich lasse mich gerne auch für Erweiterungen inspirieren 😀


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